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10 Jahre Segelfreizeiten
der Evangelischen Kirchengemeinde
Oer-Erkenschwick
Aus einer
ursprünglichen Konfirmandenfahrt ist längst eine feste Jahresplanung für
Segelfreunde geworden: Auf mehreren Zweimaster geht es jedes Jahr neu in
der 2. Osterferienwoche auf nach Holland, in das Ijsselmeer mit seinen
schönen Hafenstädtchen oder auch die Inselkette entlang durchs
Wattenmeer. Auch in diesem Jahr werden es wieder mehr als 100
Teilnehmerinnen und Teilnehmer sein.

Begonnen haben wir vor
10 Jahren mit 2 Schiffen. Alles war noch relatives Neuland. Aber im
Laufe der Jahre sind Namen wie „Sudwester“, „Boekanier“, „Minerva“,
„Wilhelmina“ oder „Avontuur“ Schiffe, mit denen sich tolle
Gemeinschaftserlebnisse und schöne Erinnerungen verbinden.
In all den Jahren ist
die Freizeit – zwischenzeitlich stieg die Teilnehmerzahl einmal auf bis
über 140 an – mittlerweile zu einem Selbstläufer geworden. Wir haben
Mitarbeitende, die Vieles selber in die Hand nehmen. Küchenplanung, Foto
und Film, Liederheft und Combo, Besorgungen, Erstellen von Listen und
mehr sind auf viele Hände verteilt.
Gut, bei all der Größe,
sich immer wieder am Tage auf dem einzelnen Schiff zu Hause zu fühlen.
Hier ist es übersichtlich: Skipper, Matrose (Matrosin), Schiffsleitung,
Küchenteam, JugendmitarbeiterInnen, sie alle sind bemüht, den
jugendlichen Freizeitteilnehmern ein schönes Ferienerlebnis zu
schenken. Was wären wir ohne all die jugendlichen, aber auch erwachsenen
Mitarbeitenden, die uns jährlich diese Woche ihrer persönlichen Zeit
geben? Und wie viel Begabungen und Talente haben wir in all den Jahren
entdecken dürfen!
10
Jahre Segelfreizeiten, das war bei aller normalen Planung der Freizeit
immer auch das Bemühen, Spannung und Interesse zu wecken, ganz neue
Eindrücke im Vorfeld der Reise oder bei der Segelfreizeit selber zu
gewinnen. Junge Menschen haben auf den Schiffen, im Hafen von Ameland,
auf unbewohnter Insel oder mitten auf dem Ijsselmeer ihre Taufe
gefeiert. Begleitet von ihrer eigenen kleinen Gemeinde und von den
Skippern und ihren Angehörigen und Matrosen, beschenkt mit starkem
Gesang, einer klasse Combo und unzähligen Glückwünschen und Umarmungen,
erlebten sie diese Freizeit auch als eine Zeit, in der junge Menschen
mit Gott unterwegs sind.
Der
Reisesegengottesdienst, die Taufgottesdienste, die Morgen- und
Abendandachten, Tischgebete und Lieder haben das Segeln zu einem
bereichernden Aspekt unserer Gemeindearbeit gemacht. Wie viele
Mitarbeiter sind auch zwischen den Freizeiten in der Gemeinde aktiv? Und
vor allem: Mit wie vielen jungen Menschen sind wir in all den Jahren ins
Gespräch gekommen!
Wir
haben die fröhlichen Zeiten geteilt, aber auch Streit geschlichtet,
Tränen getrocknet und in Traurigkeit getröstet. Wir waren ganz
persönlich, oft auch über die Zeit des Segelns füreinander da. Gerade
dies hat die Atmosphäre unserer Reisen geprägt. Ganze Familien sind mit
uns gefahren und haben ihre Kinder auf unseren Schiffen taufen lassen.
Über Jahre hinweg war das mit uns Erlebte Gesprächsthema auf Grillfeten,
zu Hause oder auch beim Stammtisch der Segelmänner.
10 Jahre – da sind
Freundschaften gewachsen, auch mit Holländern. Es gab sogar gegenseitige
Besuche, so gut hatten manche einander kennen gelernt. Ja, und immer
wieder haben wir Holland und seine Menschen kennen gelernt, unter
anderem, wenn sie sich auf unsere Aktionen eingelassen haben. Wie war
das noch mit unseren Tauschaktionen? Sauerkraut und Eier haben wir unter
die Leute gebracht und getauscht. Junge Menschen haben staunen können
über das, was einfache Ideen an Begeisterung hervorriefen.
Aber auch in der Heimat
haben wir mit unseren Segelreisen Akzente gesetzt. Viele von uns haben
das Osterfest mitgefeiert. Die vorbereitenden und nachbereitenden
Treffen haben Eltern und Familienangehörige bei Filmen und Fotos an
unseren Unternehmungen teilhaben lassen. Unvergessen dabei auch die
meterlangen kalten Buffets und die musikalische Bereicherung durch die
Combo oder auch durch „Five guinness“.
In
vielen persönlichen Begegnungen sind in all den Jahren Menschen auf
unseren Freizeiten füreinander da gewesen. Nach der Katastrophe in Haiti
haben mehr als 200 Segelfreunde im Stimbergstadion einen Zweimaster aus
Menschen auf dem Rasen abgebildet. Aus den Fotos des Zweimasters wurden
Benefizpostkarten, deren Erlös wir nach Haiti spenden konnten.
Segelfreizeiten einmal mehr als nur Gemeindereise.
Vieles mehr könnten wir
über 10 Jahre sagen. Vor allem aber immer wieder ein großes Dankeschön
für all die Mitarbeit und das Engagement der Seglerinnen und Segler und
der Firmen und Privatleute, die mit ihren Spenden stets unterstützend an
unserer Seite waren.
2012 starten wir nun
unsere Jubiläumstour!
Viel Freude allen die
dabei sind!
Und immer eine Hand
breit Wasser unter dem Kiel!
Rüdiger Funke
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