Ökumenische Aktionen der Gemeinden zur Flüchtlingshilfe

Titel

Aktionen

Termine

Ansprechpartner

Deutschkurse

Grundlagen der
deutschen Sprache

wöchentlich
Mo. Vormittag und
Mi. Nachmittag in
mehreren Gruppen

G. Noeke-Börth

Café International

offenes Spiel- und Gesprächstreffen

zweimal monatlich
1. u. 3. Mittwoch
16.30 – 18.00

G. Noeke-Börth

Flüchtlingsbegleitung

Hilfen und Begleitung im Alltag der Flüchtlinge

nach Bedarf

Chr. Jurgeleit-Höflich
Pfr. R. Funke

D. Meier-Adams

Arbeitskreis Flüchtlingshilfe

Organisation, Kontakte

vier bis sechs Treffen
im Jahr

J. Behrendt

Wohnungsbeschaffung

Vermittlung von privatem Wohnraum

nach Bedarf

Chr. Schäfer

Umzugshilfe / Möblierung

Sammeln und Verteilen von gebrauchten Möbeln

nach Bedarf

D. Meier-Adams

Klaus Mathwig

Fahrräder

Annahme von gebrauchten Fahrrädern

jederzeit

Chr. Schäfer

Ausflüge

Besuch von Museen u.v.m.

nach Absprache

D. Berger
B. Stöckmann

Feiern / Essen zu bes. Anlässen / Terminen

Sommergrillen, Weihnachtsessen

Zweimal jährlich

B. Stöckmann
L. Rosner

Mitarbeit in der Erst-Aufnahme-Einrichtung

Verschiedene Arbeiten

jederzeit

DRK Oer-Erkenschwick

Besonders gesucht / benötigt wird

- Mitarbeit im Café International
- Möbeltransport, Organisation Fahrräder
- Begleiter für Behördengänge, Arztbesuche u.a.

Wenn Sie Interesse an einer Mitarbeit haben wenden Sie sich bitte an die genannten Ansprechpartner. Die Mailadresse bzw. Telefonnummer erfragen Sie bitte im Gemeindebüro der Ev. Kirchengemeinde – Tel. 02368/1461

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Verwaltung und Rat der Stadt Oer-Erkenschwick bieten an:

„Runder Tisch“ mit fünf Arbeitsgruppen

  • - Willkommenskultur
  • - Auflistung aller Angebote
  • - Begleitung von Wohnungseigentümern
  • - Werbung und Schulung „Flüchtlingsbegleiter/innen“
  • - Erstellen eines Gesamtkonzepts

(Kontakt über Stadt Oer-Erkenschwick – www.oer-erkenschwick.de)

Deutsch lernen ohne Wartezeit

Freiwillige gestalten Deutsch-Vorkurs für Flüchtlinge

    Sie kommen aus Bangladesh, Eritrea, Mazedonien oder anderen Ländern mit schwierigen Lebensbedingungen und haben oft eine abenteuerliche Flucht hinter sich. Jetzt sind sie in Deutschland, sind erst einmal in Sicherheit, haben eine Unterkunft und genug zu Essen. Aber wie geht es weiter? Asylverfahren ziehen sich meist über mehrere Monate hin, in denen die Asylbewerber nicht arbeiten dürfen und meistens auch noch keinen Integrations- oder Alphabetisierungskurs besuchen können. Auch in Oer-Erkenschwick leben ca. 70 Asylsuchende, die meisten von ihnen in einer Sammelunterkunft in der Lindenstraße.

   Viele möchten so schnell wie möglich Deutsch lernen, um dieses für sie fremde Land besser kennen und verstehen zu lernen. Dank einer gemeinsamen Initiative der Pfarrcaritas St. Josef und der evangelischen Kirchengemeinde Oer-Erkenschwick gibt es für diese Menschen jetzt ein Angebot: Ein Team von Freiwilligen gestaltet für sie dienstags vormittags im evangelischen Gemeindehaus einen Vorkurs Deutsch. Dies wurde möglich durch die Starthilfe einer Frau mit Erfahrung: Maria Gaida-Greger ist pensionierte Lehrerin und hat bereits in ihrer Heimatstadt Waltrop ein ähnliches Projekt aufgebaut.

   Dass beim ersten Kurstermin in Oer-Erkenschwick nur ein einziger Schüler erschien, beunruhigte sie nicht weiter. „Wenn es sich herumspricht, kommen sicher mehr Menschen“, meinte sie und behielt Recht: In der zweiten Woche waren bereits acht Lernwillige da. Maria Gaida-Greger hatte geeignete Bücher mit dem Titel „Erste Schritte plus“ besorgt, und so konnte es ohne lange Vorrede gleich losgehen. Die Helfer und Helferinnen schauten erst einmal zu, konnten aber schon bald den Schülern bei ihren Übungen helfen. „Für die Asylsuchenden ist ein solcher Vorkurs eine große Hilfe, da wir besser auf unterschiedliche Vorkenntnisse und Lerngeschwindigkeiten eingehen
können. Wenn die Schüler dann später einen Deutschkurs besuchen, verstehen sie von Anfang an mehr und können entsprechend davon profitieren“, sagt Maria Gaida-Greger. Sie hat inzwischen viele Flüchtlinge kennen gelernt und ist auch über den Sprachunterricht hinaus Ansprechpartnerin für sie. So wird sie zum Beispiel um Hilfe gebeten, wenn jemand ein amtliches Schreiben nicht versteht oder Unterstützung bei Behörden- oder Arztterminen benötigt.

   In Oer-Erkenschwick hat sie die Kursleitung inzwischen an das fünfköpfige Helferteam übergeben, das den Vorkurs nun – mit wechselnder Besetzung – weiterführt. Dabei sind eine (ehemalige) Lehrerin, eine Pastorin, eine Architektin, eine Försterin und ein Journalist. Demnächst sollen die Freiwilligen in einer Fortbildung Basisinformationen über Flüchtlingsrecht und soziale Hilfen für Flüchtlinge erhalten, damit sie bei Bedarf auch in diesen Bereichen Hilfestellung geben können.

Gabriele Noeke-Börth

Café International

Ein Treffpunkt für Flüchtlinge und andere Oer-Erkenschicker

   In unserer Stadt leben mittlerweile über 150 Flüchtlinge aus vielen verschiedenen Ländern, wie Syrien, Irak, Iran, Afghanistan, Eritrea, Algerien, Ägypten, Mali, oder Nigeria, um nur einige zu nennen. Die meisten wohnen in der Sammelunterkunft an der Lindenstraße, einige auch in Wohnungen oder (vorübergehend) im Stimberpark-Hotel.

   In Gesprächen am Rande der Deutschkurse, die von Freiwilligen aus der evangelischen und katholischen Kirche seit über einem Jahr angeboten werden, berichten die Teilnehmer immer wieder über Einsamkeit und fehlende Kontaktmöglichkeiten. „Bei uns zu Hause treffen sich die jungen Leute abends auf dem Dorfplatz. Schade, dass es das hier nicht gibt“, sagte einmal eine junge Frau aus Eritrea.

   So entstand im Sprachkurs-Team die Idee, ein Freizeit-Angebot für Flüchtlinge zu schaffen. Zunächst an einem, mittlerweile an zwei Nachmittagen im Monat (immer am ersten und dritten Mittwoch um 16.30 Uhr) findet im evangelischen Gemeindezentrum an der Johanneskirche das Café International“ statt. Dort gibt es nicht nur Kuchen, Kekse und Getränke, sondern auch einen Computer mit Internet-Zugang. Hier kann man zum Beispiel mal wieder bei facebook nachsehen, was es bei Verwandten und Freunden Neues gibt.

   Besonders gern wird aber auch gespielt: Von Carrom (Fingerbilliard) und Rummicub über Schach und Mühle bis zu „Mensch ärgere dich nicht“ und Memory. Beim Spielen kommt man in Kontakt und übt nebenbei, deutsch zu sprechen. Man kann für zwei Stunden den nicht immer leichten Alltag und belastende Erlebnisse, die hinter einem liegen, vergessen.

   Das Café ist gut besucht, meist kommen 20 bis 30 Flüchtlinge und eine zunehmende Zahl von Einheimischen, die mitspielen und mit den Flüchtlingen ins Gespräch kommen möchten. Jeder Interessierte ist willkommen, und Kuchenspenden werden auch gern angenommen.

Gabi Noeke-Börth

Flüchtlingsbegleiter/in

   Liebe Gemeindeglieder,

gewiss verfolgen Sie wie alle anderen auch die täglichen Nachrichten über das Schicksal von Flüchtlingen bzw. auch deren Ankunft und Alltagssituation in unserem Land. Viele haben sich bei allen berechtigten Fragen und Sorgen, ob wir das schaffen, dennoch aufgemacht, um zu helfen. So auch in Oer-Erkenschwick. Die Hilfe, die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt in unterschiedlichster Weise leisten, ist enorm und verdient einen Riesendank!

   So Vieles ist im Bereich der Hilfe auf den Weg gebracht worden. Im Rahmen der Integration machen wir nun einen weiteren Schritt und bringen die Flüchtlingshilfe auf die ganz persönliche Ebene. Wir suchen Flüchtlingsbegleiterinnen und Begleiter, die sich ganz konkret in den Belangen des Alltags um einen Flüchtling oder eine Flüchtlingsfamilie kümmern. In diesem Engagement werden Sie von uns in wichtigen Fragen geschult und begleitet.

   Die Ihnen anbefohlenen Menschen sind uns aus dem „Vorkurs Deutsch“ oder aus dem „Cafe International“ oder aus anderen Lebenszusammenhängen bekannt. Wir vermitteln die Kontakte, machen Sie miteinander bekannt und stehen bei Fragen Ihrerseits jederzeit zur Verfügung. Wir informieren Sie über die gesamten Aktivitäten in der Flüchtlingshilfe und laden Sie gerne zu weiteren gemeinsamen Aktionen ein.

   Wir erstatten nach vorheriger Absprache selbstverständlich Ihre finanziellen Ausgaben. Während der Einsätze sind Sie zudem unfall- und haftpflichtversichert. Ihre eigenen Ideen für die Flüchtlingshilfe werden wir gerne weiter denken.

   Von Ihnen erhoffen wir uns eine freundliche und wertschätzende Art und Weise den geflüchteten Menschen gegenüber, sowie die Kraft, zuhören zu können, wenn diese Menschen von ihrer Flucht und ihren traumatisierenden Erfahrungen erzählen. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir im Team aller Mitarbeitenden die gesellschaftliche Integration der Flüchtlinge in Oer-Erken-schwick weiter vorantreiben.

Schaffen Sie Heimat.
Erzählen Sie von unserem Land.
Leben Sie Zuversicht.

   Erleben Sie eine ökumenische Arbeitsgemeinschaft, einen hoffnungsvollen Aufbruch für Menschen und all die dankbaren Gesichter in unserer Stadt nach einem langen Weg der Angst und Flucht.

Ihr Pfarrer Rüdiger Funke

Einrichtung eines Arbeitskreises

    „Männer, Frauen und Kinder, die aus unterschiedlichen Gründen aus ihrer Heimat geflüchtet sind und in Europa und Deutschland Aufnahme suchen, müssen bei uns auf zugewandte Menschlichkeit stoßen. Sie haben ein Recht darauf, auch fern ihrer Heimat würdig zu leben. Dafür haben wir uns in aller Deutlichkeit einzusetzen.“

   Damit hat die Präses Annette Kurschus in ihrem mündlichen Bericht auf der Landessynode für den Aufbau und die Stärkung eines Netzes aus Achtung und Würde im Umgang mit Fremden und Flüchtlingen geworben. Bereits früher hatte sie sich an die Kirchenkreise und Gemeinden gewandt:

   „Es ist unaufgebbarer Ausdruck unseres christlichen Glaubens, Flüchtlingen, die bei uns Schutz vor Verfolgung und Not suchen, beizustehen“, Flüchtlinge bräuchten „nicht nur Schutz vor Verfolgung und Not; ihre Würde verlangt auch eine gleichberechtigte Teilhabe am Gemeinwesen“.

   Als der kath. Pastoralreferent Georg Hülsken im Dezember dem Presbyterium unserer Gemeinde von seiner Arbeit mit den Asylsuchenden berichtete, war die Betroffenheit unter den Anwesenden sehr stark. In dieser Deutlichkeit hatte bisher noch niemand der Presbyter die schlimme Situation, in der sich die fremden Menschen befinden, wahrgenommen.

   … mit mehreren fremden Menschen anderer Nationen in einem kleinen Zimmer leben, keine Beschäftigung den ganzen Tag, Umgang mit den Behörden ohne ausreichende Kenntnisse der Sprache, kaum Bargeld, Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit und die Angst, jederzeit abgeschoben zu werden...

gehören zur Lebenswirklichkeit der Flüchtlinge in unserer Stadt. Und es werden immer mehr. Die Flüchtlingszahlen steigen und damit ebenso die Zuweisung nach Oer-Erkenschwick.

   Jetzt haben sich einige Menschen aus den katholischen und der evangelischen Gemeinde bereit erklärt, den Fremden entgegen zu gehen und ihnen ihre Hilfe und verschiedene Angebote anzubieten. Seit Ende Mai gibt es daher den „Arbeitskreis Flüchtlingshilfe in Oer-Erkenschwick“, in dem nach Möglichkeiten gesucht wird, auch gemeinsam mit den Behörden, praktische Hilfe zu leisten (s.a. Artikel „Deutsch lernen…“ S. 22) und den Aufenthalt der Flüchtlinge in unserer Stadt im Sinne des Aufrufs der Präses (s.o.) zu gestalten.

   Parallel dazu hat sich im Kirchenkreis Recklinghausen ein Initiativkreis Asyl gegründet. Dort treffen sich in der Flüchtlingshilfe Engagierte aus verschiedenen Städten des Kreises, um ihre Aktivitäten zu koordinieren und sich gegenseitig zu informieren. Dazu gehört auch das Angebot einer Fachanwältin für Flüchtlingsfragen, in regelmäßigen Veranstaltungen über das Asylrecht zu informieren und akute Hilfestellung bei konkreten Fragen zu geben.

  Wenn Sie Interesse an einer Mitarbeit haben, wenden Sie sich an J. Behrendt oder fragen Sie im Gemeindebüro nach.

Jürgen Behrendt

Erster „Runder Tisch“

in der Flüchtlingshilfe in Oer-Erkenschwick

   Mit der steigenden Zahl von Flüchtlingen in unserer Stadt sind auch die einzelnen Anstrengungen von Politik, Verwaltung und Kirchen nun zu einem gemeinsamen Weg geworden. Beim ersten so genannten „Runden Tisch“ am 15. Juni 2015 im Rathaus waren neben politischen Vertretern aller Parteien, Verwaltung, Awo und DRK auch die Kirchen stark vertreten. Bereits in diesem ersten Gespräch wurde deutlich, dass das Thema „Flüchtlingshilfe“ eine größere Herausforderung ist als bisher angenommen und dass wir uns dieser Herausforderung nur mit vereinten Kräften auf den ganz unterschiedlichen Ebenen stellen müssen. Hier geht es um den Wohnraum, der zur Verfügung gestellt werden muss, um die Frage von Sammelunterkünften, Hotelunterbringungen, sowie Anmietungen von privaten Wohnungen. Mehr noch ist die Integration dieser Menschen in das Alltagsleben erforderlich. Deutschkurse, die nun schon über ein Jahr laufen, eine intensivierte Willkommenskultur und die Möglichkeit zur Begegnung mit Menschen unserer Stadt erscheinen im gemeinsamen Gespräch als unverzichtbar. Die schon im Ansatz bestehende Bereitschaft von Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt, sich als persönliche Begleitung einzelner Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen, soll in so genannten „Integrationspaten“ weiter ausgebaut werden.

   Der erste Runde Tisch ist mit der Bildung entscheidender Arbeitsgruppen auseinander gegangen:

  1. Willkommenskultur: Wie soll ankommenden Flüchtlingen begegnet werden?
  2. Auflistung aller Angebote im Bereich der Flüchtlingshilfe.
  3. Angemessene Begleitung von Wohnungseigentümern, die Flüchtlingen privaten Wohnraum anbieten.
  4. Werbung und Schulung von „Integrationspaten“.
  5. Erstellen eines Gesamtkonzepts für die Integration von Flüchtlingen in unserer Stadt.

   Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten „Runden Tisches“ haben gerade in dieser ersten Begegnung erfahren, wie groß die Bereitschaft zur Hilfe und das Engagement in der Gesellschaft ist, damit aus einer Krisensituation für Flüchtlinge und aus einer auch kritischen Haltung in Teilen der Bevölkerung dennoch um der
Menschen willen ein friedliches Miteinander in unserer Stadt gelebt werden kann.

Pfarrer Rüdiger Funke

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